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Water - Piazza Navona

Der Engels von Berninis Skulptur „Verzückung der heiligen Theresa“ deutet mit seinem Feuerspeer Richtung Westen. Robert lässt sich einen Stadtplan geben und erkennt plötzlich, dass die Verbindungslinien zwischen den Altären der Wissenschaft ein Kreuz ergeben. „’Cross Rome the mystic elements unfold“ heißt es im Gedicht. „Cross“ ist also mehr als nur eine Abkürzung für „across“ – ein Hinweis! Und was wäre geeigneter, um das Element Wasser darzustellen als ein Brunnen: Bernini’s Fontana dei Quattro Fiumi auf der Piazza Navona muss der letzte Wegweiser sein.

 

Die Piazza Navona ist für viele der schönste und stimmungsvollste Platz Roms. Hier kann man bis in die Nacht auf den Terrassen der zahlreichen Cafés sitzen und das bunte Treiben beobachten. Nur, wenn tatsächlich Antimaterie in Rom versteckt wäre, und alle sich auf dem Petersplatz oder vor den Bildschirmen versammelt hätten, kann man sich vorstellen, dass dieser Platz um 22:45 Uhr jemals so verlassen sein würde, wie Robert Langdon ihn vorgefunden hat.

In der Mitte das langgezogenen, ovalen Platzes, der einst eine Wettkampfarena war, befindet sich unübersehbar die Fontana dei Quattro Fiumi, auf deutsch Vier-Ströme-Brunnen. Das Zentrum des Brunnens bildet ein mächtiger Steinblock, auf dem sich ein Obelisk erhebt. Auf der Spitze des Obelisken in über 16 Metern Höhe thront die Skulptur einer Taube mit einem Olivenzweig im Schnabel.

Im Unterschied zum Roman gelingt es Robert im Film, den vierten Kardinal vor dem Ertrinken zu retten. Das hat seinen Grund: Im Buch weist die Taube auf dem Obelisken den Weg zum nächsten Schauplatz, der Engelsburg. Zum einen wird die Taube regelmäßig vom Obelisken abgeschraubt und gereinigt. Wenn sie wieder aufgeschraubt wird, schaut sie meist in eine ganz andere Richtung als vorher - als Wegweiser ist sie demnach ungeeignet. Und zweitens liegt die Engelsburg nicht in der Mitte des Kreuzes, das sich ergibt, wenn man die Altäre der Wissenschaft durch Linien miteinander verbindet. So aber ist Robert Langdon nicht auf die Wegweiser angewiesen, sondern der gerettete Kardinal kann ihm verraten, wo der Killer sich versteckt hält. 

Beim Besuch des Vier-Ströme-Brunnens staunt der Besucher und fragt sich, wie man sich anstellen muss, in diesem Brunnen zu ertrinken. Sogar in Ketten gelegt wäre das nicht einfach - denn in Wirklichkeit ist das Wasser keine 40 Zentimeter tief...

Wärend der Dreharbeiten war der Vier-Ströme-Brunnen wegen Restaurierungsarbeiten von einem Holzzaun umgeben. So konnten lediglich am Südende des Platzes einige Einstellungen gefilmt werden.